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Einzelhandel: Der Eingangsbildschirm braucht Rangfolge
Aktion, Orientierung, Service: Was in welcher Reihenfolge laufen sollte, wenn ein Filialnetz überall dasselbe zeigen will und doch Unterschiede braucht.

Ein Eingangsbildschirm hat die kürzeste Aufmerksamkeit des ganzen Ladens. Wer hereinkommt, schaut im Gehen, mit dem Blick bei der Tür, dem Wagen oder dem Telefon. Was dort läuft, muss in wenigen Sekunden verständlich sein. Das gilt für ein einzelnes Geschäft, und es gilt erst recht für Filialnetze, in denen jeder Bildschirm denselben Anspruch hat.
Eine Rangfolge in drei Stufen
Bewährt hat sich im Einzelhandel eine einfache Ordnung. Sie ist eine Empfehlung der Redaktion, keine Norm.
- Was gilt heute? Die eine Aktion, das eine Angebot, ein Hinweis auf geänderte Öffnungszeiten. Ein Bild, ein Satz, ein Preis.
- Wo finde ich es? Wegweiser zu Abteilungen, Kasse, Toiletten, Abholstation. Besonders wichtig in größeren Läden.
- Was bietet das Haus sonst? Services wie Reparatur, Gutscheine oder Treuekarte. Für Wartezeit und Schlange.
Wenn alles drei läuft, soll die erste Stufe am häufigsten und am längsten zu sehen sein, die dritte am seltensten.
Zwei Regeln zum Preis
Sobald ein Bildschirm Preise zeigt, gilt das Preisrecht, und zwar auch dann, wenn es „nur Werbung“ ist. Die Preisangabenverordnung nennt zwei Stellen, die für Bildschirme im Laden wichtig sind:
- Wer mit Preisen wirbt, hat gegenüber Verbrauchern die Gesamtpreise anzugeben (§ 3 Absatz 1), also Preise einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Bestandteile.
- Wer Waren auf Bildschirmen anbietet, hat sie durch unmittelbare Angabe der Preise bei den Abbildungen oder Beschreibungen auszuzeichnen (§ 10 Absatz 4). Für Waren, die sichtbar im Schaufenster oder auf Regalen angeboten werden, gilt Entsprechendes (§ 10 Absatz 1).
Das heißt in der Praxis: kein Foto ohne Preis, wenn die Ware angeboten wird, und kein „ab 9,99“, das erst im Kleingedruckten zu einem anderen Betrag wird. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Was in der Filiale entschieden wird und was nicht
In Filialnetzen entsteht regelmäßig dieselbe Spannung. Die Zentrale will ein einheitliches Bild. Die Filiale kennt, was gerade im Regal liegt. Eine Lösung, die in der Praxis funktioniert:
- Die Zentrale legt Layout, Schrift, Farben und Reihenfolge fest.
- Die Filiale darf nur Text, Preis und Foto der Aktion eintragen.
- Eine zweite Person liest gegen, bevor der Bildschirm wechselt.
Ohne diese Trennung entsteht entweder starre Einheitlichkeit, die an der Filiale vorbeigeht, oder ein Flickenteppich, den die Zentrale nicht mehr erkennt.
Fünf Fehler am Eingang
- Zu viele Inhalte. Fünf Aktionen auf einem Bild sind keine Aktion.
- Zu kleine Schrift. Aus drei Metern Abstand sollte der Preis lesbar sein.
- Tonlose Videos mit Untertiteln, die niemand liest. Wenn Video, dann mit klarem Bild.
- Abgelaufene Aktionen. Nichts schadet dem Vertrauen mehr als ein Preis, der an der Kasse nicht gilt.
- Wechsel im Takt der Tür. Wenn sich der Inhalt ändert, während jemand gerade hineinschaut, liest er nur die Hälfte.
Eine Probe, die jede Filiale machen kann
Stellen Sie sich einen Schritt hinter die Tür und zählen Sie bis fünf. Wissen Sie danach, was heute gilt? Wenn nicht, ist das Bild zu voll.
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