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Hochformat richtig bespielen: Querformat passt dort nicht
Ein gedrehter Bildschirm zeigt ein Querformat-Video auf knapp einem Drittel der Fläche. Wie Inhalte für Hochformat entstehen und woran sich Fehler früh zeigen.

Hochformat ist im Alltag verbreitet: Menüboards an der Wand, Stelen im Eingangsbereich, Anzeigen neben dem Fahrstuhl, schmale Schaufensterbildschirme. Die Geräte sind dafür gebaut oder werden gedreht. Die Inhalte kommen dagegen häufig noch als Querformat-Video aus der Agentur. Dann entsteht auf dem Bildschirm ein kleiner, scharfer Bildstreifen zwischen zwei schwarzen Flächen.
Eine Rechnung zum Einstieg
Ein Full-HD-Bildschirm im Querformat hat 1920 × 1080 Pixel. Wird er gedreht, sind es 1080 × 1920. Ein Video im Format 16:9 wird auf die Breite des gedrehten Bildschirms eingepasst: 1080 Pixel breit, 607,5 Pixel hoch. Das sind rund 31,6 Prozent der Bildschirmhöhe, der Rest bleibt leer. Was als Film für den ganzen Schirm gedacht war, nutzt weniger als ein Drittel davon, und ein Text, der im Original lesbar war, schrumpft mit.
Die Alternative, das Video zu vergrößern, bis es die Höhe füllt, schneidet links und rechts mehr als zwei Drittel des Bildes ab. Kein Weg der beiden ist gut. Deshalb braucht Hochformat eigene Inhalte.
Drei Regeln für Hochformat-Inhalte
1. Neu komponieren statt drehen. Ein Querformat-Inhalt wird nicht um 90 Grad gekippt, sondern in der Höhe neu aufgebaut. Das Hochformat bietet Platz für Stapel: oben ein Bild oder Video, in der Mitte die Aussage, unten Preis oder Hinweis. Wer so denkt, nutzt die Fläche, statt sie nur zu füllen.
2. Die Ränder freihalten. Rahmen, Gehäuse und Wandhalterungen verdecken je nach Gerät einen Rand. Wichtige Texte und Preise gehören deshalb nicht an die äußerste Kante. Ein gleichmäßiger Sicherheitsrand an allen Seiten ist billiger als ein Bildschirm, der „Euro“ nur halb zeigt.
3. Weniger Wörter, größere Schrift. Hochformat hat weniger Breite für eine Zeile. Lange Wörter brechen früh um, und Fließtext wirkt auf einer schmalen Fläche schnell wie eine Wand. Kurze Zeilen mit großen Schriften und ausreichendem Zeilenabstand lesen sich auch aus der Entfernung.
Das Gerät drehen oder den Inhalt drehen
Je nach Gerät gibt es zwei Wege. Entweder wird der Bildschirm mechanisch gedreht und die Software dreht das Ausgabebild mit, oder der Inhalt liegt bereits hochkant vor und das Gerät bleibt in der Grundstellung. Welcher Weg möglich ist, steht in der Anleitung des Geräts und der Player-Software. Für die Redaktion ist vor allem eines wichtig: Sie muss wissen, in welcher Auflösung der Inhalt am Ende ankommt, denn danach richtet sich die Gestaltung. Wer das nicht klärt, bekommt Inhalte, die entweder weichgezeichnet oder abgeschnitten sind.
Gemischte Flotten
Betreibt eine Organisation Quer- und Hochformat nebeneinander, sollten die Inhalte schon im Dateinamen oder Ordner das Format tragen, etwa „quer“ und „hoch“. Eine Playliste für Hochformat-Bildschirme darf keine Querformat-Dateien enthalten. Das klingt selbstverständlich und ist trotzdem der häufigste Fehler, sobald mehrere Menschen Inhalte hochladen. Systeme, die Bilder nach Seitenverhältnis filtern, helfen dabei; ohne diesen Filter hilft eine klare Ordnerstruktur.
Zonen im Hochformat
Hochformat eignet sich gut für mehrere Bereiche übereinander. Oben läuft das Video, darunter steht eine Zeile mit Datum und Uhrzeit, ganz unten eine Laufzeile oder ein Hinweis. Jeder Bereich hat eine eigene Redaktion und einen eigenen Rhythmus, solange die Zahl der Zonen klein bleibt. Bei mehr als drei Bereichen übereinander wird jede Zone so schmal, dass nichts mehr lesbar ist.
Prüfen vor dem Rollout
Ein Hochformat-Inhalt wird auf dem Zielgerät geprüft, nicht am Schreibtisch. Drei Fragen genügen:
- Ist alles lesbar, wenn man drei bis vier Meter entfernt steht?
- Steht nichts im Randbereich, den der Rahmen verdeckt?
- Läuft der Wechsel von einem zum nächsten Inhalt ohne schwarzes Bild?
Hilfreich ist ein Foto des Bildschirms am Standort, das neben die Gestaltungsvorlage gelegt wird. Es zeigt in Sekunden, wo Rand, Kontrast oder Schriftgröße nicht stimmen. Der Aufwand für diesen Schritt ist klein im Vergleich zu einer Kampagne, die erst nach dem Start auffällt.
Fazit
Hochformat verlangt keine besondere Technik, sondern eine eigene Gestaltung. Wer die Fläche nutzt, statt sie zu verschenken, bekommt aus demselben Bildschirm mehr Wirkung. Herausgeber dieses Magazins ist die Kapaso GmbH; der Beitrag beschreibt allgemeine Praxis und bezieht sich auf kein Produkt.


