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TechnikDisplays

Nits, 16/7, 24/7: Zwei Zeilen im Datenblatt entscheiden

Helligkeit und zugelassene Betriebsdauer stehen in jedem Datenblatt eines Profi-Displays. Was die Angaben bedeuten und wie man sie liest.

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Drei Bildschirme mit zunehmend hellem Lichtschein, darunter drei Uhrscheiben zu zwei Dritteln, ganz und ganz gefüllt
Grafik: Kapaso GmbH

Wer ein Display für den gewerblichen Einsatz aussucht, schaut meist zuerst auf Größe und Auflösung. Zwei andere Zeilen im Datenblatt entscheiden aber darüber, ob das Gerät am vorgesehenen Ort taugt: die Helligkeit und die zugelassene Betriebsdauer.

Was ein Nit ist

Die Helligkeit eines Bildschirms wird als Leuchtdichte angegeben, in Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Die Candela ist die SI-Basiseinheit der Lichtstärke. In Datenblättern steht statt cd/m² fast immer das kürzere Wort „Nit“; gemeint ist dasselbe. Ein Nit ist ein Candela pro Quadratmeter.

Die Zahl sagt, wie viel Licht die Bildfläche abgibt. Sie sagt nicht, wie gut das Bild zu erkennen ist. Das hängt vom Umgebungslicht ab: Ein Bildschirm, der im fensterlosen Flur blendet, wirkt hinter einer Schaufensterscheibe in der Mittagssonne blass.

Drei Klassen, ein Hersteller

Wie weit die Geräteklassen auseinanderliegen, zeigen drei Datenblätter desselben großen Herstellers.

  • Eine Serie für Innenräume nennt als typische Helligkeit 350 Nits und als Betriebsdauer 16/7.
  • Eine Serie darüber nennt 500 Nits und 24/7.
  • Eine Serie für Schaufenster nennt 4.000 Nits und 24/7, dazu einen Schutz gegen Staub (IP5X) und eine Helligkeitsregelung über einen Umgebungslichtsensor.

Zwischen dem ersten und dem dritten Gerät liegt mehr als der Faktor elf. Alle drei sind laut Datenblatt für Quer- und Hochformat freigegeben; auch das steht in einer eigenen Zeile und ist nicht bei jedem Gerät selbstverständlich.

Was 16/7 und 24/7 bedeuten

Die Angabe nennt Stunden pro Tag und Tage pro Woche, für die der Hersteller das Gerät auslegt. 16/7 heißt: täglich bis zu 16 Stunden. 24/7 heißt: Dauerbetrieb. Ein Geschäft, das von 8 bis 20 Uhr geöffnet hat, kommt mit 16/7 aus. Ein Bildschirm im Bahnhof, in der Notaufnahme oder im Schaufenster, das auch nachts leuchten soll, braucht 24/7.

Die Angabe ist eine Herstellerangabe, kein Messwert einer Norm. Was geschieht, wenn ein 16/7-Gerät rund um die Uhr läuft, regeln die Garantiebedingungen des jeweiligen Herstellers. Dort nachzulesen lohnt sich vor dem Kauf, nicht nach dem Ausfall.

Eine Schwelle im EU-Recht

Die Helligkeit hat auch eine rechtliche Seite. Die EU-Verordnung über das Energielabel für elektronische Displays nimmt Digital-Signage-Displays mit einer Spitzenleuchtdichte von 1.000 cd/m² oder mehr vom Label aus. Wer ein sehr helles Schaufenstergerät kauft, findet deshalb unter Umständen kein Energielabel und muss den Stromverbrauch im Datenblatt suchen.

Vier Fragen vor der Bestellung

  1. Wo hängt der Bildschirm? Innenraum ohne direktes Tageslicht, heller Verkaufsraum oder hinter Glas zur Straße?
  2. Wie viele Stunden am Tag soll er laufen, und an wie vielen Tagen?
  3. Regelt das Gerät seine Helligkeit selbst, oder leuchtet es nachts so stark wie mittags?
  4. Ist die gewünschte Ausrichtung freigegeben, also Hochformat ausdrücklich genannt?

Die Antworten führen zur passenden Geräteklasse. Zu knapp gewählt, bleibt das Bild blass oder die Garantie fraglich. Zu großzügig gewählt, zahlt der Betreiber bei der Anschaffung und beim Strom für Reserven, die niemand sieht.

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