ArbeitsweltKennzahlen
Power-BI-Berichte kommen ohne Mitarbeiterkonto auf den Bildschirm
Im AIO Hub meldet sich der Server als Anwendung bei Microsoft an, nicht ein Mensch am Bildschirm. Voraussetzung ist eine Kapazität auf dem Power-BI-Arbeitsbereich.
Kapaso-Lösung: AIO Hub stammt vom Herausgeber dieses Magazins.

Kennzahlen in der Produktion, im Lager oder im Vertrieb sollen dort hängen, wo die Arbeit geschieht. In der Praxis sieht das oft so aus: Ein Rechner hinter dem Bildschirm, darauf ein Browser, in dem sich jemand mit seinem eigenen Konto bei Power BI angemeldet hat. Die Sitzung läuft irgendwann ab, der Bildschirm zeigt eine Anmeldemaske, und solange sie gilt, hängt ein persönliches Konto an einem Gerät, an dem jeder vorbeigeht.
Der AIO Hub der Kapaso GmbH, ein Digital-Signage-CMS, geht einen anderen Weg. In seinem Editor Stage Builder gibt es seit der Fassung 3.9 vom August 2026 das Element „Power BI“.
Der Server meldet sich an, nicht der Bildschirm
Bei Microsoft meldet sich der Hub-Server als Anwendung an, über einen Dienstprinzipal in Microsoft Entra ID. Ein Mitarbeiterkonto ist nicht beteiligt. Der Bildschirm selbst bekommt keine Zugangsdaten. Er trägt ein verschlüsseltes Ticket, das Firma, Arbeitsbereich und Bericht benennt, und holt sich damit beim Hub den Ausweis für genau diesen Bericht. Der Hub fragt dafür höchstens einmal je Bericht und Stunde bei Microsoft an.
Der Bericht wird wie gewohnt in Power BI gebaut. Die Einrichtung im Hub hat zwei Teile:
- Einmalig je Firma: Der Betreiber des Hubs hinterlegt Mandanten-ID, Client-ID und Secret der Anwendung. Im Fabric-Verwaltungsportal muss dafür der Schalter „Service principals can call Fabric public APIs“ eingeschaltet sein.
- Je Anzeige: Wer im Editor arbeiten darf, wählt Arbeitsbereich, Bericht und Seite für die eigene Firma und legt das Element wie jedes andere auf die Bühne.
Das Element gehört nicht zur vorsichtigen Grundausstattung des Editors. Es zeigt Geschäftszahlen und wird deshalb je Rolle eigens freigeschaltet.
„Kennzahlen wirken nicht im Bericht, sondern dort, wo Menschen sie sehen. Aufschlussreich ist oft die Frage, welche Zahl ein Unternehmen lieber nicht an die Wand hängt.“
So formuliert es Mohammad Kabiri Hamedani, Geschäftsführer der Kapaso GmbH.
Wie aktuell die Zahlen sind
Der Bildschirm lädt den Bericht in Abständen neu. Vorgabe sind 30 Minuten, der kleinste Wert sind fünf. Der alte Bericht bleibt dabei stehen, bis der neue vollständig gezeichnet ist, damit kein schwarzes Bild entsteht. Wie frisch die Daten im Bericht sind, bestimmt weiterhin Power BI, also der Zeitplan oder die Direktabfrage des Datenmodells. „Live“ im Sinn von sekundengenau ist die Anzeige nicht.
Wo die Grenzen liegen
Die wichtigste Voraussetzung liegt bei Microsoft. Ohne eine Kapazität auf dem Arbeitsbereich (Fabric F-SKU, Premium oder Embedded A-SKU) zeigt Microsoft dem Bildschirm kein Bild. Eine Lizenz Power BI Pro allein genügt nicht. Eine Lizenz je Bildschirm fällt nicht an, die Kapazität aber ist eine laufende Kostenposition, die vor dem Projekt geklärt sein sollte.
Am Bildschirm gibt es keinen Schutz nach Betrachter. Wer davor steht, sieht den Bericht. Welche Seite und welche Zahlen an die Wand dürfen, ist deshalb eine Entscheidung vor der Veröffentlichung. Als Notausgang lässt sich der Zugang je Firma mit einem Schalter abstellen; dann zeigt kein Bildschirm dieser Firma mehr einen Bericht.
Läuft das Secret der Anwendung ab, kann der Hub keinen Ausweis mehr holen, bis es erneuert ist. Der Bildschirm muss außerdem den Hub und Microsoft erreichen. Power BI ist ein Dienst eines US-Anbieters; wer seine Berichte dort führt, hat diese Entscheidung bereits getroffen, sie gehört aber in die Datenschutzbetrachtung des Projekts.
Das Element gibt es im AIO Hub auf einem Server, nicht in der Android-Fassung des Hubs und nicht in der eigenständigen Fassung des Stage Builder.


