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Wartezeit als Spanne statt als Minutenversprechen
Der Automat von KAS Control nennt die Wartezeit in drei Formen oder gar nicht. Welche erscheint, entscheidet der Server danach, wie belastbar die Grundlage ist.
Kapaso-Lösung: KAS Control stammt vom Herausgeber dieses Magazins.

Wer eine Wartenummer zieht, will zwei Dinge wissen: wann er drankommt und ob er noch kurz hinausgehen kann. Eine Anzeige, die darauf mit einer einzelnen Minutenzahl antwortet, wird im Wartezimmer an der Uhr gemessen. Stimmt die Zahl nicht, glaubt beim nächsten Besuch niemand mehr der Anzeige.
Die Schwierigkeit liegt in der Rechnung. Eine Wartezeit hängt davon ab, wie viele Plätze besetzt sind, wie lange ein Anliegen dauert und ob jemand mit Termin vorgezogen wird. Fehlt eine dieser Angaben, ist das Ergebnis geraten.
Erst die Zahl der Wartenden, dann die Zeit
Beim Aufrufsystem KAS Control der Kapaso GmbH ist auf dem Ergebnisbild des Automaten die große Angabe, wie viele Personen vor einem dran sind. Eine Zeit erscheint darunter nur, wenn der Server sie verantworten kann, und nie als einzelner Wert. Der Server ordnet jede gezogene Nummer einer von drei Stufen zu:
- Keine Zeit: Es ist kein Platz besetzt, der dieses Anliegen aufrufen kann, oder es gibt weder gemessene noch hinterlegte Bearbeitungsdauern. Ist gar kein Schalter besetzt, sagt der Automat genau das.
- Offene Spanne: Es gibt eine Grundlage, aber ein Termin oder eine bevorzugte Nummer kann dazwischenkommen. Angezeigt wird „ab ca. 20 Min“ mit dem Hinweis, dass Termine dazwischenkommen können.
- Geschlossene Spanne: Grundlage vorhanden, niemand kann vordrängeln. Angezeigt wird zum Beispiel „ca. 10–20 Min“, dazu ein Satz, woraus geschätzt wurde.
Die Spanne ist auf fünf Minuten gerastert. Aus einem Rechenwert von 16 Minuten wird „ca. 10–20 Min“. Unter zehn Minuten steht „unter 10 Min“, über anderthalb Stunden „über 1,5 Std“. Eine Angabe wie „noch 4 Minuten“ kann der Automat nicht mehr ausgeben.
Für Betreiber hat das eine Folge: Die genauere Form gibt es nur mit gepflegten Daten. Wer je Anliegen eine Dauer hinterlegt und die Plätze den Anliegen zuordnet, bekommt die geschlossene Spanne.
Aufruf mit Nummer und Raum
Aufgerufen wird auf der Wandanzeige, mit Gong und Sprachansage. Standard ist die Nummer mit dem Raum; ein Name in der Ansage ist einstellbar, aber nicht nötig. Die Wandanzeige ist eine Browserseite mit sechs Layouts, eines davon mit Medienfläche, QR-Code und Laufband. Als Hardware genügen Geräte mit Webbrowser: ein Fernseher oder Monitor, ein Touch-Bildschirm als Automat, ein PC oder Tablet am Platz. Ein Bondrucker ist möglich, aber keine Pflicht.
Wo die Grenzen liegen
Die Spanne zeigen der Automat und die Ansicht auf dem Handy des Besuchers gleich. Wo der Server keine Zeit verantworten kann, etwa wenn kein Schalter besetzt ist, steht keine Zahl, sondern der Grund.
KAS Control läuft gehostet bei Kapaso, nach Angaben des Herstellers in einem Rechenzentrum in Deutschland, oder auf einem eigenen Server. Dort läuft es als ein Container mit einer Datenbankdatei, auf Wunsch ohne Verbindung ins Internet. Das gilt für die Grundfunktion. SMS und WhatsApp gehen über einen externen Versanddienst, die KI-Stimme der Ansage und ein Übersetzungshelfer nutzen OpenAI in den USA. Beides ist nur aktiv, wenn es eingeschaltet wird; ohne KI spricht die Stimme des Geräts oder des Servers.
Eine fertige GDT- oder HL7-Schnittstelle zur Praxissoftware gibt es nicht. Angebunden wird über die offene Programmierschnittstelle.
Weitere Informationen: kascms.de


