TechnikBetrieb
Was ein Bildschirm zeigt, wenn die Verbindung zur Verwaltung abreißt
Weiterspielen ist richtig, aber nicht unbegrenzt. Vier Gerätearten, vier Antworten und die Frage, wann ein alter Inhalt schlimmer ist als ein leerer Bildschirm.
Kapaso-Lösung: Was dieser Beitrag beschreibt, stammt vom Herausgeber dieses Magazins.

Ein Bildschirm im Laden hängt an zwei Dingen: am Strom und am Netz. Fällt der Strom aus, ist er dunkel, und jeder versteht warum. Fällt das Netz aus, ist die Lage weniger klar. Ein Player, der dann eine Fehlermeldung zeigt, ist im Schaufenster ein Ärgernis. Ein Player, der einfach weiterspielt, ist die bessere Lösung, solange das, was er spielt, noch stimmt.
Vier Gerätearten aus dem Programm von Kapaso zeigen vier Antworten auf dieselbe Frage.
Android- und Windows-Player: aus dem eigenen Speicher
Beide Player laden Inhalte im Hintergrund und legen sie auf dem Gerät ab. Die Wiedergabe läuft aus diesem Speicher. Reißt die Verbindung ab, ändert sich auf dem Bildschirm nichts. Der Windows-Player merkt sich auch die letzte Abspielliste und puffert sein Wiedergabeprotokoll. Steht die Verbindung wieder, holen die Player Änderungen nach und melden sich in der Verwaltung zurück.
Wann alt zu alt ist
Weiterspielen hat eine Grenze. Ein Bildschirm, der seit Wochen keinen Kontakt hatte, zeigt womöglich ein Angebot, das längst vorbei ist. In der Verwaltungssoftware AIO Hub gibt es dafür eine Frist. In der Vorgabe sind es 30 Tage, der Wert ist einstellbar. Ist sie abgelaufen, zeigen Android- und Windows-Player einen Hinweis statt veralteter Preise.
Die Länge der Frist ist eine Entscheidung des Betreibers. Für einen Empfangsbildschirm mit Begrüßung und Wetter sind 30 Tage unkritisch. Für eine Preistafel können schon wenige Tage zu lang sein.
Browser-Player: zwölf Stunden
Der Player, der in einem Browserfenster läuft, ist strenger. Startet der Rechner ohne Netz, spielt er den letzten gültigen Spielplan höchstens zwölf Stunden weiter. Ältere Pläne zeigt er nicht. Der Hersteller begründet das mit Werbung: Es soll kein abgelaufenes Motiv laufen. Meldungen über gelaufene Werbung sammelt der Browser bis zu sieben Tage und liefert sie nach; gelöscht werden sie erst, wenn der Empfang bestätigt ist.
E-Paper: das Bild bleibt
Ein E-Paper-Schild hält sein Bild ohne Strom. Erreicht es beim Aufwachen kein WLAN, bleibt der zuletzt geladene Inhalt stehen, und es zeigt weiter die Bilder, die es schon gespeichert hat.
Der Unterschied zwischen offline und abgemeldet
Zwei Fälle sehen von außen gleich aus und sind es nicht. Im ersten ist das Netz weg, und der Player soll weiterspielen. Im zweiten wurde eine Fläche bewusst stillgelegt, etwa weil eine Werbebuchung endet. Hier darf nichts weiterlaufen. Im Werbeportal des Herstellers bekommt eine stillgelegte Fläche deshalb eine gültige, leere Abspielliste statt einer Fehlermeldung. Auf einen Fehler hin würde ein Player seine alte Liste behalten.
Bemerken, dass etwas fehlt
Ein Player, der brav weiterspielt, verbirgt den Ausfall. Deshalb gehört zur Wiedergabe ohne Netz eine Überwachung. Die Verwaltung zeigt, welche Bildschirme sich nicht mehr melden, und nennt den Grund. Auf Wunsch kommt eine E-Mail, wenn ein Bildschirm ausfällt, und eine zweite, wenn er wieder läuft.
Vier Fragen für die eigene Planung
- Wie lange darf ein Inhalt ohne Kontakt weiterlaufen? Je Art des Bildschirms beantworten, nicht pauschal.
- Was soll danach zu sehen sein? Ein Hinweis, ein neutrales Bild oder nichts.
- Wer bekommt die Meldung, wenn ein Bildschirm schweigt, und wer reagiert am Wochenende?
- Wie kommt das Gerät ans Netz? Bildschirme am Mobilfunk laden große Dateien besser nachts; die Verwaltung zeigt, wie viel Datenvolumen jedes Gerät verbraucht.
Die Technik hält einen Ausfall aus. Ob ein Betrieb ihn bemerkt, hängt an der dritten Frage.


