Markt und DOOHInhaltsprüfung
Werbemotive werden vor der Freigabe automatisch auf heikle Inhalte geprüft
Im DOOH Hub sieht ein eigener KI-Dienst jedes neue Motiv an. Er gibt nichts frei und lehnt nichts ab, sondern legt dem Menschen einen Hinweis vor.
Kapaso-Lösung: DOOH Hub stammt vom Herausgeber dieses Magazins.

Ein Werbemotiv für Bier darf nicht auf jedem Bildschirm laufen. In der Kinderarztpraxis nicht, im Fitnessstudio vielleicht nicht, und was auf den Bildschirmen einer Apotheke läuft, entscheidet am Ende ihr Inhaber. Wer Werbezeit über ein Portal verkauft, muss deshalb wissen, was ein Motiv zeigt. Bisher gab der Werbekunde beim Buchen eine Kategorie an, und ein Mensch im Netz sah sich das Motiv an. Bei wenigen Buchungen trägt das. Bei vielen wird die Sichtprüfung zum Engpass.
Im DOOH Hub, dem Werbeportal von Kapaso, läuft seit Oktober 2026 eine automatische Inhaltsprüfung mit. Sie sieht jedes neu hochgeladene Bild und Video an, liest Schrift im Bild und hört bei Videos den Ton ab.
Sieben Inhaltsarten, zwei Stärken
Die Prüfung kennt sieben Inhaltsarten: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Nacktheit, Gewalt und Waffen, Drogen und Hass-Symbole. Zu jedem Fund gehört eine Stärke, entweder „deutlich“ oder „möglich“. Dazu kann jedes Netz eigene Sperrbegriffe pflegen, etwa Namen von Wettbewerbern. Sie werden in der Schrift im Bild und im gesprochenen Text gesucht und erzeugen immer nur einen Hinweis.
Der Mensch entscheidet
Die Prüfung gibt nichts frei und lehnt nichts ab. Ihr Ergebnis erscheint als Hinweis dort, wo jemand im Netz über das Motiv entscheidet, mit Inhaltsart, Stärke und der Stelle im Bild oder auf der Zeitleiste des Videos.
Je Inhaltsart legt eine Regel fest, was ein Fund bewirkt: nichts, einen Hinweis oder eine Sperre. Das Portal gibt eine Vorgabe mit; ein Netz kann sie verschärfen oder die Prüfung für sich abschalten, aber nicht lockern. Tabak, Drogen und Hass-Symbole gelten in der Vorgabe überall, die übrigen Arten dort, wo die gebuchte Fläche die Kategorie ohnehin sperrt.
Gesperrt wird nur bei einem deutlichen Fund. Ein „möglich“ sperrt nie, und ein einzelnes auffälliges Standbild in einem Video lässt die Buchung warten, statt sie zu sperren. Eine Sperre hebt ausschließlich ein Mensch auf, und er muss einen Grund angeben. Die Aufhebung gilt dann für genau diesen Inhalt in diesem Netz.
Was der Werbekunde sieht
Passt der erkannte Inhalt nicht zur angegebenen Kategorie, bekommt der Werbekunde eine Rückfrage. Bei einer Sperre erfährt er die Inhaltsart, mehr nicht. Er kann ein anderes Motiv wählen oder verlangen, dass das Netz selbst prüft.
Wenn die Prüfung ausfällt
Liegt nach zehn Minuten kein Ergebnis vor, läuft die Buchung weiter wie ohne Prüfung. Das Netz bekommt eine Auffälligkeit und eine E-Mail, und die Prüfung wird nachgeholt. Eine Kampagne, die bereits läuft, hält die Automatik nie von sich aus an.
Wo die Motive verarbeitet werden
Die Prüfung nutzt keine Schnittstelle eines großen KI-Anbieters. Der Dienst läuft auf einem eigens dafür gemieteten Server in Deutschland und ist nur über einen verschlüsselten Tunnel vom Portal aus erreichbar. Nach der Prüfung wird die Datei dort wieder gelöscht. Im Portal bleiben die Funde und der gelesene und gehörte Text.
Was die Prüfung nicht leistet
Sie prüft nur neue Uploads; der Bestand bleibt, wie er ist. Sie beurteilt weder Geschmack noch Rechtslage eines Motivs. Und sie irrt: Eine belastbare Trefferquote an einer großen Zahl echter Werbemotive nennt der Hersteller bisher nicht. Der Hinweis ist deshalb als zweites Paar Augen gebaut, nicht als Richter.
Angaben zum Portal stehen auf dooh-hub.com.
DS Content kompakt
Der Newsletter des Magazins: drei Beiträge und ein Praxistipp, etwa alle zwei Wochen per E-Mail.


