Markt und DOOHAnbindung
Werbung vermarkten, ohne das CMS zu wechseln: Schnittstelle oder SMIL-Datei
Ein Werbeportal muss wissen, welche Flächen es gibt, was dort laufen soll und was gelaufen ist. Zwei Wege, diese drei Dinge mit einem vorhandenen System auszutauschen.
Kapaso-Lösung: DOOH Hub stammt vom Herausgeber dieses Magazins.

Bildschirme in Apotheken, Bäckereien oder Fitnessstudios laufen in der Regel mit einem Content-Management-System, das seit Jahren eingerichtet ist. Playlisten, Zeitpläne und Geräte hängen daran. Soll auf diesen Bildschirmen Werbung Dritter laufen, kommt eine zweite Aufgabe hinzu: Flächen anbieten, Buchungen annehmen, Ausspielungen nachweisen und abrechnen. Das erledigt ein Werbeportal. Die Frage ist, wie Portal und vorhandenes System miteinander reden.
Am Beispiel des DOOH Hub, des Werbeportals von Kapaso, lassen sich zwei Wege zeigen.
Drei Dinge, die ausgetauscht werden
Unabhängig vom Weg geht es um drei Informationen:
- Welche Flächen gibt es? Standort, Format, Öffnungszeiten.
- Was soll laufen? Der Spielplan: welches Motiv, wie oft, in welchem Zeitfenster.
- Was ist gelaufen? Die Rückmeldung jeder Ausspielung.
Das Portal sagt, was laufen soll, wie oft und in welchem Fenster. An welcher Stelle der Schleife das Motiv steht, entscheidet das System des Netzes. Playlisten und Geräte verwaltet das Portal nicht.
Weg 1: Die Schnittstelle
Kann das System des Netzes eine Schnittstelle bedienen, meldet es seine Bildschirme unter den Kennungen an, die es ohnehin benutzt. Es holt den Spielplan ab, lädt die Motive und baut sie in seine eigene Schleife ein. Nach jeder Ausspielung schickt es eine Meldung zurück.
Zwei Grundsätze erleichtern den Betrieb. Alle Verbindungen gehen vom System des Netzes aus; es braucht keinen von außen erreichbaren Zugang und keine feste Adresse. Und jeder eingeplante Platz wird bestätigt oder mit Grund storniert. Keine Meldung gilt nicht als gelaufen.
Die Schnittstelle kennt zwei Ausbaustufen. In der ersten sind die Flächen nur gemeldet und buchbar, die Ausspielung organisiert der Betreiber von Hand. In der zweiten holt das System den Spielplan automatisch.
Weg 2: Die SMIL-Datei
Viele Player können keine Schnittstelle ansprechen. Sie kennen genau eine Adresse, rufen sie in festem Takt ab und spielen, was zurückkommt. Für sie stellt das Portal je Fläche eine fertige Abspielliste im offenen SMIL-Format bereit. Die Adresse enthält einen Schlüssel, eine Anmeldung gibt es auf diesem Weg nicht.
Zwei Einzelheiten zeigen, worauf es bei solchen Playern ankommt. Der Schlüssel bleibt dauerhaft gleich, denn ein Player erkennt seine Dateien an der Adresse; wechselt sie, lädt er alles neu. Und eine stillgelegte Fläche bekommt eine gültige, leere Liste statt einer Fehlermeldung. Bei einem Fehler behielte der Player seine alte Datei und spielte abgelaufene Werbung weiter.
Auch die Rückmeldung der Ausspielungen läuft über diesen Weg. Das Portal verbucht sie als schwächere Quelle als das Protokoll eines Systems mit eigener Anmeldung.
Ohne jede Anbindung
Flächen lassen sich auch von Hand oder als CSV-Tabelle anlegen. Dann sind sie sichtbar und buchbar, die Motive müssen aber von Hand in die Schleife.
Welcher Weg passt
- Eigenes CMS mit Entwicklern oder einem Hersteller, der mitzieht: die Schnittstelle. Sie liefert den stärkeren Nachweis und lässt dem System die Kontrolle über die Schleife.
- Player, die nur eine Adresse abrufen: die SMIL-Datei. Kein Entwicklungsaufwand, dafür weniger Einfluss auf die Reihenfolge.
- Wenige Flächen zum Ausprobieren: von Hand anlegen und später anbinden.
Was vorher zu klären ist
Vor der Technik stehen drei Fragen an das eigene Netz. Sind für jede Fläche Öffnungszeiten gepflegt? Ohne sie lässt sich nicht rechnen, wie oft ein Motiv gesehen werden kann. Melden die Player zuverlässig zurück? Ein Player, der schweigt, erzeugt Lücken im Nachweis; das Portal meldet stumme Player per E-Mail. Und wer gibt Werbung frei, das Netz allein oder auch der Inhaber des Standorts?
Grenzen
Zulässig sind Bilder als JPEG oder PNG und Videos als MP4. Eine Brücke zu programmatischen Handelsplätzen bietet das Portal nicht. Es wird vom Hersteller betrieben; eine Installation auf eigenen Servern gibt es nicht.
Angaben zum Portal stehen auf dooh-hub.com.


